Skip to main content

VANcation 2018

Diese erste, etwas längere Tour mit unserem Bus Muki führt uns bis in die französische Bretagne. Entspannter als gedacht gestaltet sich das Reisen im Bus durch Frankreich. Man darf fast überall stehen bleiben um zu schlafen, ausgesperrt werden meist nur Wohnmobile. Zwischen uns und Frankreich liegen aber noch Südtirol und die Lombardei.

Unser erstes Ziel ist das Vinschgau. Über den Reschenpass mit einem kurzen Fotostop am Reschensee fahren bis nach Prad am Stilfserjoch (italienisch: Prato allo Stelvio) . Dort entdecken wir einen schönen Stellplatz mit herrlicher Aussicht in Richtung Ortler-Massiv und das Vinschgau. Die kleine Ortschaft Stilfs (Stelvio) ist von dort ebenfalls nach einer kleinen Wanderung gut zu erreichen.

Eigentlich dürfen wir auf diesem Stellplatz nicht nächtigen und sind etwas nervös als am nächsten Morgen der angrenzende Landwirt auftaucht, um für die Obstplantage die Bewässerung einzuschalten. Anders als erwartet reagiert er aber sehr entspannt und nimmt sich auch die Zeit für eine kurze Unterhaltung. Obendrauf empfiehlt er uns einen Ort ganz in der Nähe, den wir unbedingt besuchen müssen: Der Wallfahrtsort Hl. Drei Brunnen in Trafoi.

Wir sind schon früh am Morgen die ersten gewesen. Direkt unterhalb vom gewaltigen Ortler-Massiv liegt dieser beschauliche Ort. Ein schön angelegter Weg führt an und unter Wasserfällen vorbei und bietet einen herrlichen Ausblick über das ganze Areal und wir sind sehr dankbar für den Tipp diesen Ort zu besuchen.
Da wir heute aber noch weiter fahren möchten, brechen wir auf und verlassen über das Stilfserjoch das Vinschgau und machen uns auf in Richtung Lago di Como (Comer Seen). Am Joch selbst, nach seinen 48 Kehren, machen wir erneut eine kurze Pause auf 2757 Meter Seehöhe, bevor es auf der anderen Seite nun endgültig weiter geht. Wir entscheiden uns für den im Vergleich zum Lago di Como kleinen, nördlicher gelegenen Lago die Mezzola. Wir werden nicht enttäuscht, der See gefällt, der kleine, familiäre Campingplatz “El Ranchero” ist günstig und ruhig. Wir entscheiden uns spontan drei Nächte zu bleiben.

Nach drei Tagen Pizza, Birra, Sole und Lago geht es für uns weiter. Unser Ziel ist Chamonix. Über das herrliche Aostatal erreichen wir den Mont-Blanc-Tunnel. Dieser führt uns nach einiger Wartezeit und nicht ganz günstiger Maut durch das Mont-Blanc-Massiv nach Frankreich an unser nächstes Ziel. Die Szenerie vor der Tunneldurchfahrt beeindruckt sehr und gibt schon eine Vorgeschmack auf bevorstehende Eindrücke auf der anderen Seite des Gebirges.

Ich habe zwar gelesen, dass es in Frankreich (anders als in Italien) recht entspannt zugeht, wenn man im Auto nächtigen möchte. Das Chamonix-Tal bestätigt dies eindrucksvoll. Bereits in unmittelbarer Nähe zu Chamonix gibt eine Vielzahl an Parkmöglichkeiten. Wir wollen es aber etwas ruhiger und fahren daher ein paar Kilometer weiter nach Argentière. Von dort aus unternehmen wir auch zwei Wanderungen.

Die erste Wanderung führt uns zum Lac Blanc. Am Weg zu diesem Gebirgssee bietet sich einem ständig der Blick des eindrucksvollen Massivs des “weißen Berges” und auf der Wanderung entwickelt sich auch die Idee für ein Tourenziel am folgenden Tag, nämlich zu einem der gegenüberliegenden Gletscherzungen. Am Weg zurück zum Auto begegnen wir einigen Steinböcken, die sich durch Wanderer nicht beirren ließen. Wir verweilen einige Zeit und genießen die Nähe, die diese Tiere zulassen und beobachten ihr Spielen auf den Fels mit der herrlichen Felskulisse im Hintergrund.

Am vorherigen Tag hatten wir oft eine eindrucksvolle Gletscherzunge im Blick. Der Blick in die Karte verriet uns, dass es sich dabei um den Glacier d’Argentière handelt. Dieser ist über Wanderwege gut erreichbar. Eigentlich wollten wir von Argentière aus die komplette Strecke erwandern. Der Weg war aber leider gesperrt und wir nehmen die Seilbahn bis zur Mittelstation und machen uns von dort aus auf den Weg zur Gletscherzunge und dem eindrucksvollen Eisbruch, den wir schon gestern gesehen haben. Aus unmittelbarer Nähe ein eindrucksvoller Anblick.

Nach zwei Tagen wandern gehen wir es nun wieder etwas entspannter an und verbringen etwas Zeit in der Stadt Chamonix. Der Charme ist einmalig. Eine Vielzahl an Touristen ist auf den Straßen unterwegs und wie in solchen Orten üblich gibt es auch eine stark frequentierte Einkaufsgasse. In Chamonix findet man einen Outdoor-Shop neben dem Anderen. Zwischen den Touristen sieht man immer wieder Bergsteiger, die mit voller Ausrüstung in den Straßen unterwegs sind. Ringsum hat man ständig die Kulisse des Mont-Blanc-Massivs im Blick und neben den alten Gebäuden von Chamonix finden sich auch immer wieder Graffiti.

So schön es in Chamonix ist brechen wir dennoch auf zu unserem nächsten Ziel. Nach einem weiteren Stopp nähe Lyon, bei Kathrins Familie, machen wir uns auf den Weg zur Atlantikküste. Vorbei an einem Baguette-Automaten ist unser nächster Stopp Longeville-sur-Mer. Unser Stellplatz, direkt am Meer, ist der perfekte Ausgangspunkt für unseren Surfkurs bei Manu Surf.
Für mich sind die Tage am Strand und im Meer anstrengender als Tage am Berg. 8 Stunden Bergtour: kein Problem! 2 Stunden surfen: k.o. 🙂

Nach mehreren Tagen am Strand geht es für uns weiter in Richtung Norden, um die Bretagne zu erkunden. Am Weg dorthin bleiben wir im beschaulichen Ort La Roche-Bernard stehen. Super Stellplatz gleich am Ortsanfang, kleiner Hafen und nette Gässchen, die zum Herumschlendern einladen, sind die perfekten Zutaten für diese Nacht. Eindrucksvoll ist der Kanal vom Meer, an dem man sehr deutlich Ebbe und Flut auch im Landesinneren erkennen kann.

Pont-Aven ist unser nächstes Ziel. In diesem Städtchen wirkte der Künstler Paul Gaugin, der in der Bretagne Inspiration für seine Arbeiten fand. Lange hält es uns hier aber nicht. Die Ortschaft ist sehr beliebt und daher gut besucht. Wir brechen auf nach Concarneau, um uns dort ein typisches Mittagsmenü zu genehmigen: Cidre und Galette. Galette ist die pikante Variante von Crepe. Im Anschluss noch ein kurzer Spaziergang durch die Altstadt. Die Suche nach einem Stellplatz gestaltet sich an diesem Tag etwas schwieriger und so fahren wir durch bis in die Stadt Quimper (bretonisch: Kemper).

Langsam haben wir wieder genug von Sightseeing und uns verschlägt es wieder zu Sehenswürdigkeiten, die die Natur geschaffen hat. Das Cap Fréhel enttäuscht hier nicht. Wir genießen eine wundervolle Abendstimmung an diesem Ort. Mit dem Auto über Nacht bleiben ist hier auf den Parkplätzen aber leider verboten. Doch finden wir ganz in der Nähe etwas Passendes.

Eine Hafenstadt, die wir uns nicht entgehen lassen möchten ist die von einer Granitmauer umgebende Stadt Saint-Malo. Im Internet haben wir auch von einem wunderschönen Stellplatz gelesen, unweit von hier. Tatsächlich finden wir diesen Ort und es gelingt uns endlich DAS typische Vanlife-Foto mit Blick aufs Meer. Dass links und rechts von uns riesige Wohnmobile dicht an dicht stehen verschweigen wir an dieser Stelle natürlich 😉
Dennoch lohnenswert mit Blick auf die bretonische Küste zu Bett gehen zu dürfen.

Erneut treffen wir Kathrins Familie, die in der Bretagne urlauben. Wir dürfen in Dol den Garten als Stellplatz verwenden und nutzen die gemeinsame Zeit, das mittelalterliche Dinan zu erkunden.

Auch das eindrucksvolle Le Mont-Saint-Michel lassen wir uns nicht entgehen. Die Ortschaft liegt auf einer Felsinsel im Wattmeer der Normandie. Während unseres Besuchs war gerade das Meer verschwunden – weit und breit war es nicht zu sehen (vermutlich wegen der Ebbe 😉 ).

Wir wurden zwar vorgewarnt, dass hier sehr viele Touristen sein werden, aber wir hatten ja keine Ahnung was hier los sein wird. Und wir dachten die Salzburger Getreidegasse sei überlaufen 😉
Langsam aber sicher machen wir uns wieder auf den Weg retour. Am Weg nach Étretat mit seinen markanten Kreidefelsen legen wir zuvor noch einen kurzen Cafè-Stopp in Honfleur ein.

Dies war unser letzter Tag in der Normandie. Ab nun geht es zurück nach Salzburg. Die ganze Strecke auf einmal möchten wir nicht fahren und legen daher noch einen Stopp im Elsass ein. Wir besichtigen Colmar und finden einen netten Stellplatz im Winzerstädtchen Turckheim.

Dieser sehr abwechlungsreiche VANcation durch Norditalien und Frankreich lässt uns bestimmt noch länger in Erinnerungen schwelgen. Knapp 4500 km haben wir zurück gelegt und zumindest in dieser Zeit 😉 haben wir keinen Mechaniker gebraucht.
Die Begeisterung für Frankreich ist so groß, sodass wir im Herbst 2018 mit einem VHS Französisch-Kurs begonnen haben, damit auf künftigen Reisen das Baguette korrekt geordert werden kann. Für alle, die dies mal brauchen und Verkäuferinnen nicht vergrämen möchten: “Un baguette, s’il vous plait” oder besser “Ö Bagett si wu plä” 😉

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.